Mitarbeiter stoppen im Auftrag des Bundesministeriums Pflegezeiten

Die Studie zur Weiterentwicklung des neuen Begutachtungsassessment (NBA) der Universität Bremen im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit und dem GKV Spitzenverband ist eine sinnvolle Angelegenheit! Da waren sich Geschäftsführung und führende Mitarbeiter der St. Anna-Stift gGmbH, Pflege- und Wohnheim in Altenbochum, einig. Doch die Entscheidung, an dieser Studie teilzunehmen, erforderte für alle Mitarbeiter der Einrichtung dann auch viel Engagement innerhalb der Vorbereitung der Durchführung und der Nachbereitung...

Für die einwöchige Erhebungsphase mussten im Vorfeld für alle teilnehmenden Bewohner eine Pflegeplanung angelegt werden. Die bestehenden Pflegeplanungen der Einrichtung konnten nicht verwendet werden, da für die Studie das Dokumentationsprogramm der Firma Evocura in abgewandelter Form angewandt wurde. Dafür wurden vier Mitarbeiter in einer Tagesveranstaltung mit dem Programm vertraut gemacht.

Als alle Einverständniserklärungen der teilnehmenden Bewohner vorlagen und die Pflegeplanungen vollständig waren ging es in die heiße Phase: eine Woche wurden allen Mitarbeitern Smartphones an die Hand gegeben, mit denen sie für alle ihre Tätigkeiten während des Dienstes die Zeit stoppen konnten.
„Hier wurde erstmal bewusst, wieviel Zeit für Dinge vergeht, die für die Bewohner wichtig sind, jedoch nirgends Bedacht finden“, weiß Irene Panusch, Wohnbereichsleitung und stellvertretende Pflegedienstleitung der St. Anna-Stift gGmbH. „Man nimmt in seinem täglichen Tun nicht wahr, wieviel Zeit es in Anspruch nimmt zum Beispiel Wäsche oder den Nachmittagskaffee zu verteilen!“
Besonders auffällig waren die Differenzen bei den Versorgungszeiten von dementen Bewohnern in Vergleich zu anderen Bewohnern. Der einfühlsame, verständnisvolle und geduldige Mehraufwand wird bei genauen Zeitwerten erst bewusst!
Innerhalb der Erhebungswoche sah man also ständig Mitarbeiter auf ihr Smartphone blicken, was vielen Besuchern auch auffiel. „Besucher sprachen mich auf das gewöhnungsbedürftige Bild der Mitarbeiter an und fragten mich, ob in der Einrichtung nicht Handyverbot bestünde“ lacht Kirsten Arp, Mitarbeiterin der Pforte und Verwaltung, die allen Angehörigen und Besuchern gerne die Notwendigkeit des Gebrauchs von Handys für die kurze Zeit erklärte.

Nachdem alle Smartphones wieder eingesammelt waren und etwas Ruhe in die Arbeit der Mitarbeiter gekommen war, erfolgte der zweite Teil der Studie: zwei Mitarbeiter des medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) begutachteten innerhalb von drei Tagen alle teilnehmenden Bewohner mit dem neuen Begutachtungsassessment. „Es war schon interessant, welche Schwerpunkte die neuen Begutachtungen legen und wie die Einteilung in die Pflegegrade erfolgt“ so Katrin Kunert, stellvertretende Wohnbereichsleitung der St. Anna-Stift gGmbH und Pflegesachverständige. „Kognitive Einschränkungen finden mit dem NBA viel mehr Bedacht und das wird auch Zeit!“

Insgesamt 2000 Bewohner stationärer Pflegeeinrichtungen aus verschiedenen Bundesländern nehmen an der Studie teil und erhoffen sich mit ihrem Engagement einen Beitrag für sinnvolle Entscheidungen innerhalb des Gesundheitswesens und für die Pflegversicherung.

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