Bewohner besuchen Bergbaumuseum

22 Bewohnerinnen und Bewohner der St. Anna-Stift gGmbH, Pflege- und Wohnheim der katholischen Kirchengemeinde Altenbochum/Laer, machten sich mit zehn Begleitpersonen am vorigen Mittwoch auf, um ein wenig Schachtluft zu schnuppern.
Bewohner besuchen Bergbaumuseum

Gespannt lauschten die Bewohner Kalle und seinen Anekdoten rund um den Bergbau

„Glück auf!“ begrüßt Kalle mit lauter Stimme die ankommenden Bewohnerinnen und Bewohner in der Eingangshalle des Bergbaumuseums Bochum. „In 20 Minuten müssta feddich sein, dann fahrn` wa ein!“
Jacken werden angezogen und Getränke werden noch ausgeschenkt bevor es auch schon mit Kalle als ehemaligen Bergmann und heutigen Bergbaumuseums-Führer losgeht!
Die zugige Luft in 17 Meter Tiefe pustet allen direkt bei Ausstieg aus dem Fahrstuhl entgegen. Die ersten Meter haben die Begleitpersonen mit den Schienen am Boden zu kämpfen, was besonders bei Rollstühl- und Rollatorfahrer etwas mühevoll ist. Aber die Atmosphäre „unter Tage“ entschädigt für alle Mühen. Kalle erzählt über die Abbautechniken im Bergbau, erklärt die verschiedenen Maschinen, lässt diese ohrenbetäubend zur Demonstration laufen und gibt Anekdoten von früher zum Besten. Besonders Gerd Radtke, Bewohner des St. Anna-Stifts strahlt bei den verschiedenen Anlaufstationen innerhalb der Führung. Er unterstützt seinen alten Arbeitskollegen Kalle mit seinem Wissen rund um den Bergbau, schließlich hat er selbst viele Jahre lang als Mitarbeiter im Bergbaumuseum Führungen für Besucher geleitet.

Im Anschluss an die Führung von Kalle haben alle Teilnehmer die Möglichkeit auf dem Förderturm die Aussicht über Bochum zu genießen, sowie die weitläufige Ausstellung zu besuchen. Insbesondere die Ausstellung der Heiligen Barbara, Schutzpatronin der Bergleute, ist Anlaufstelle der Besucher aus dem St. Anna-Stift, denn sie ist Namensgeberin für den Wohnbereich Barbara im ersten Obergeschoss ihrer Einrichtung.

Die Idee für diesen Ausflug entstand innerhalb der Biografie orientierten Betreuung der Bewohner. „Immer mehr Bewohner in unserer Einrichtung haben früher unter Tage gearbeitet. Sie haben viel zu erzählen und erinnern sich in der Regel gerne an ihre langjährigen Tätigkeiten zurück“, weiß Thomas Körber, Mitarbeiter der sozialen Betreuung.
Auch als die Anfrage von Familie Gödde kommt, ob die Einrichtung Werkzeuge, Bilder und andere Stücke aus der privaten Bergbausammlung übernehmen möchten, wird  nicht lange überlegt und die Sammlung dekorativ ausgestellt. Kundige Bewohner sind bei der Beschreibung und Erklärung der Sammlerstücke behilflich und auch das Bergbaumuseum steuert einen Teil für die Ausstellung hinzu. Heute kann die kleine Ausstellung im Eingangsbereich des St. Anna-Stifts, sowie auf dem Wohnbereich Barbara angesehen werden. Geplant ist eine Erweiterung der Sammlung.

Nach der Führung durch das Bergbaumuseum sitzt die Gruppe erschöpft zusammen und stärkt sich mit einem mitgebrachten Lunchpaket. Schon bald wird der gecharterte Bus alle wieder zurück nach Altenbochum fahren. „Dass wir gemeinsam immer wieder Ausflüge machen, ist toll! Alleine würde ich mir das nicht mehr zutrauen. Allerdings weiß ich nach so einem Tag auch warum...“, lacht Wolfgang Quere, Bewohner des St. Anna-Stifts. „Am Samstag geht’s zur Wallfahrt nach Stiepel und nächsten Monat zum Harkortsee – bis dahin kann ich mich ja ausruhen!“

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